Reinigungsmittel und pH-Wert

Reinigungsmittel zählen zur Grundausstattung einer jeden Wohnung. Dabei eignet sich jedoch nicht jedes Produkt für jedes Einsatzgebiet. Wählt man den falschen Reiniger, werden Verschmutzungen nicht beseitigt. Zudem können auch Schäden an den Oberflächen von Böden, Möbeln oder Armaturen entstehen.

Um besser zu verstehen, wie ein bestimmtes Reinigungsprodukt wirkt, kann man sich an dessen pH-Wert orientieren. Doch was ist der pH-Wert überhaupt, wie wird dieser gemessen und welchen Einfluss hat der Wert auf die Reinigungsleistung der einzelnen Produkte?


Was ist der pH-Wert?

Unter dem pH-Wert versteht man eine chemische Kenngrösse, die oftmals auf einer farblichen Skala visualisiert wird. Die pH-Werte selbst liegen hierbei in einem Bereich von 0 bis 14. Lösungen zwischen 0 bis 6 gelten als Säuren und Werte von 8 bis 14 als Basen, Laugen oder Alkalien. Ein pH-Wert von 7 wird wiederum als neutral angesehen. Vorsicht ist insbesondere bei sauren Flüssigkeiten geboten. So weist Salzsäure beispielsweise einen pH-Wert von 0 auf, wodurch beim Einsatz Verätzungsgefahr besteht. Die meisten Allzweckreiniger haben wiederum einen Wert von 9, wodurch sie sich sowohl für die Grundreinigung der Wohnung als auch für das Reinigen von Fenstern eignen.


Wie wird der pH-Wert gemessen?

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, den pH-Wert von Reinigungsmitteln zu bestimmen. Die einfachste Option ist der Einsatz eines pH-Teststreifens. Hierbei wird das Indikatorstäbchen für einige Sekunden in die Lösung gehalten. Dadurch verändert sich die Farbe des Stäbchens. Im Anschluss lässt sich die Farbe mit der Farbskala des zugehörigen Testkits vergleichen, wodurch der pH-Wert ersichtlich wird. Zusätzlich gibt es spezielle pH-Testkits, die für unterschiedliche Einsatzgebiete optimiert sind, den Wert automatisch ermitteln und oftmals auf einem digitalen Display anzeigen.

Warum ist der pH-Wert von Reinigungsmitteln so interessant?

Der pH-Wert liefert wichtige Informationen über das ideale Einsatzgebiet eines Reinigungsmittels. Dabei werden für die Beseitigung von Fetten andere Produkte benötigt als für die Entfernung von Kalkablagerungen. Eine Ausnahme bildet hierbei die beliebte Scheuermilch. Diese eignet sich sowohl zur Entfernung von Fetten als auch von Kalk. Scheuermilch kann jedoch auf empfindlichen Armaturen unschöne Kratzer hinterlassen, wodurch das Reinigungsmittel nur mit Bedacht eingesetzt werden sollte.

Saure Reinigungsmittel

Saure Lösungen wie Zitronensäure oder Essig weisen einen pH-Wert von 2 bis 3 auf und eignen sich perfekt zur Entfernung von mineralischem Schmutz wie Rost, Urinstein und Kalk. Zudem finden sich die Lösungen oftmals in Bad- und WC-Reinigern. Saure Lösungen sind jedoch nicht für alle Bereiche geeignet. So beschädigen Säuren Metalle wie Zink, Eisen und Aluminium. Zudem ist der Einsatz von sauren Reinigungsprodukten besonders auf Natursteinböden aus Marmor oder Schiefer problematisch. Aufgrund ihrer Wirkungsweise lösen die Produkte den Kalk aus den empfindlichen Oberflächen, wodurch diese porös werden und die Böden oder Arbeitsflächen nachhaltig schädigen.

Neutrale und alkalische Reinigungsmittel

Produkte mit einem pH-Wert von 4 bis 5 gelten als besonders sanft, wodurch sich diese Produkte zur Reinigung der menschlichen Haut bewährt haben. Für empfindliche Oberflächen empfehlen sich wiederum Neutralreiniger. Diese verfügen in der Regel über einen pH-Wert im Bereich von 6 bis 8. Daher eignen sich diese Produkte ideal für die Reinigung von Fenstern, Spiegeln oder Gläsern. Im Gegensatz zu sauren Produkten lassen sich alkalische Lösungen wie Soda oder Natron optimal zur Entfernung von Fetten, Russ, Eiweiss oder Blut einsetzen. Zudem ist es mit diesen Mitteln auch möglich, Moos von Holzstücken oder Steinen zu lösen. Bleichmittel und Schmierseife haben wiederum Werte über 10, wodurch sie sich bei der Pflege von Kautschuk- oder Linolböden bewährt haben. Für die professionelle Reinigung von Rohren oder Grillgeräten kommen wiederum Reinigungsmittel mit einem pH-Wert von 13 oder 14 zum Einsatz.

Wie finde ich die richtige Dosierung?

Die perfekte Dosierung des Reinigungsmittels ist beinahe ebenso wichtig wie der pH-Wert. Dabei können besonders chemische Reinigungsprodukte im Falle einer zu hohen Dosierung Rückstände auf den Oberflächen hinterlassen, wodurch die Reinigung mehr Zeit in Anspruch nimmt. Zudem schädigt eine Überdosierung die Umwelt. Vorsicht ist zudem bei der Herstellung von Putzlaugen geboten. Alkalien wirken hierbei als Verstärker, wodurch sich die Fettlösekraft von Seifen und Allzweckreinigern spürbar erhöht. Starke Laugen können überdies die Gesundheit schädigen, wodurch beim Arbeiten mit Laugen auf etwaige Schutzmassnahmen, wie beispielsweise das Tragen von Putzhandschuhen, nicht verzichtet werden sollte.

Fazit

Der pH-Wert hilft dabei, Reinigungsmittel passend auf das jeweilige Einsatzgebiet abzustimmen. Mit dem optimalen Reinigungsprodukt lassen sich so auch starke Verschmutzungen und Ablagerungen effektiv und effizient beseitigen, ohne die betroffenen Oberflächen oder die Umwelt zu schädigen.

Quelle Bild: seilnacht.com