Was beim Fensterputzen zu bedenken ist

Die meisten hassen Fensterputzen. Warum nur? Nun ja, anstrengend ist es schon und Zeit kostet es auch. Die Industrie hat sehr wohl erkannt, dass die Menschen in der Sache Hilfe brauchen. Es wurden sogar einfache und kostengünstige Helferlein entwickelt, die umweltschonend fast ohne Chemie auskommen. Allerdings verlangt das Ganze die richtige Technik, damit unschöne Streifen, Schlieren oder Kalkflecken der Vergangenheit angehören. Durchaus beachtenswert sind beim Fensterputzen die Tages- oder Jahreszeit sowie das Wetter, denn diese Parameter können uns das Leben leicht oder schwer machen.

Wie oft und vor allem wann ist Fensterputzen angesagt?

Wer versteht unter Frühjahrsputz nicht auch Fensterputzen? Dabei ist das Frühjahr diesbezüglich nicht unbedingt der optimale Zeitpunkt. Pollen und Staub bleiben gern im Sommer an den Scheiben kleben. Während des regenreichen Herbstes werden die Fenster immer wieder besprenkelt und der Winter ist mit der Heizungsluft gewiss keine saubere Jahreszeit. Die fettig-schokoladigen Fingerabdrücke der Kinder kennen übrigens keine saisonalen Höhepunkte. Auf der sicheren Seite ist jeder, der spätestens nach jeweils drei Monaten wieder die Lappen in die Hand nimmt.

Hinsichtlich der Tageszeit beziehungsweise des Wetters entscheiden wir uns für einen eher trüben Tag oder die tiefer stehende Sonne. Wenn es zu warm ist, verdunstet der Wasserfilm auf den Scheiben zu schnell, das heisst, bevor wir zum Trockenwischen kommen, haben sich bereits Kalkflecken gebildet. An kalten Wintertagen, die ohnehin als sehr unangenehm empfunden werden, kann das Wasser an den Scheiben gefrieren, da sind Schlieren vorprogrammiert. Insofern kommen wir wieder auf den Frühjahrsputz zurück, denn die Monate April und Mai sind fürs Fensterputzen tatsächlich prädestiniert.

Wichtiger Sicherheitshinweis:

Achten Sie beim Fensterputzen auf Ihren sicheren Stand. Es muss nicht immer die hohe Leiter sein, in vielen Fällen lassen sich die oberen Fenster gut mit einer Teleskopstange reinigen. Falls es ohne Leiter nicht geht, lassen Sie sich unbedingt von einer zweiten Person assistieren.

Mit dem richtigen Zubehör geht alles wie von selbst

Bevor es richtig losgeht, sollten Sie sich die folgenden Utensilien griffbereit zurechtlegen:

  • Einen Eimer mit lauwarmem Wasser
  • Ein Reinigungsmittel Ihrer Wahl
  • Einen Handbesen gegen den groben Schmutz auf den Fensterrahmen
  • Einen Schwamm, mit dem die Scheiben eingeseift werden
  • Mit dem Abzieher wird das Wasser auf den Scheiben entfernt.
  • Mit einem fusselfreien Tuch aus Baumwolle wird das Tropfwasser abgetrocknet.
  • Zum Nachpolieren der Scheiben verwenden wir ein saugfähiges Fensterleder oder Mikrofasertuch.

Noch ein Tipp:

Der Schaber für das Cerankochfeld eignet sich recht gut für den Einsatz gegen verhärtete Verschmutzungen wie Vogeldreck.

Wenn es streifenfrei werden soll

Ein einfaches Spülmittel eignet sich sehr gut zum Fensterputzen, allerdings reichen auf den Eimer Wasser schon ein paar Tropfen oder ein kleiner Spritzer aus. Falls Sie zu viel nehmen, kommen Sie hinterher um die Streifen nicht herum.

Hochprozentiger Alkohol löst Fette gut, desinfiziert und ist überdies biologisch abbaubar. Aber tragen Sie während der Anwendung Handschuhe.

Jeder Glasreiniger enthält Spiritus, das ist ebenfalls ein Alkohol. Da Spiritus sehr schnell verfliegt, trägt er zu einem streifenfreien Ergebnis bei. Ein weiterer Vorteil von Spiritus besteht darin, dass Regenwasser eine Zeit lang abperlt.

Ein kleiner Schuss Essig rückt bekanntlich dem Kalk zu Leibe. Wenn in Ihrer Wohngegend eher mit hartem Wasser zu rechnen ist, nehmen Sie ruhig etwas mehr.

Zitronensaft wirkt in der Sache ganz ähnlich wie Essig, riecht aber angenehmer. Grundsätzlich empfehlen wir die Verwendung eines herkömmlichen Glasreinigers. Sollte ein solcher jedoch nicht zur Verfügung stehen, dann können obengenannte Mittel genutzt werden.

Wir müssen auch über Technik reden

Alles beginnt mit dem Handbesen, mit dem wir den groben Staub, Spinnenweben oder vertrocknete Blätter von den Fensterrahmen und Fensterbrettern fegen. Mit dem Schwamm seifen wir danach in schlangenförmigen Bewegungen die Fensterscheibe gründlich ein, um das Putzwasser sogleich zügig mit dem Abzieher in eher geraden Bahnen abzudrängen.

Das fusselfreie Baumwolltuch dient dabei der Aufnahme des Tropfwassers vom unteren Fensterrahmen. Abschliessend wird die Scheibe mit einem saugfähigen Fensterleder poliert. Ebenfalls weitestgehend streifenfrei gelingt dies auch mit einem Mikrofasertuch.

Was würde Grosi dazu sagen?

„Wir haben früher die Fensterscheiben prima mit Zeitungspapier poliert.“

Richtig, die Scheiben sahen danach tatsächlich gut aus, aber die Druckerschwärze machte sich ziemlich unansehnlich auf dem Rahmen bemerkbar. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Menschen gerade in Mitteleuropa ganz verrückt nach Nylonstrümpfen und die alten Exemplare mit der Laufmasche wurden schon mal zum Nachpolieren der Fenster verwendet – mit sehr grossem Erfolg übrigens.

Wem das alles recht kompliziert und viel zu arbeitsintensiv erscheint, liegt nicht einmal so falsch und ist gut beraten, einen Profi ranzulassen, wenn es ums Fensterputzen mit nachhaltiger Qualität geht.